In dem Artikel Evolutionäre Krebsmedizin: Kontrollieren statt besiegen wird die Vision aufgezeigt, mit einer milden Behandlung des Krebs ihn tatsächlich “zu besiegen”, d.h. ihn zu tolerieren.
Ein paar Krebsforscher jedoch stellen die bisherige Herangehensweise grundsätzlich in Frage. Robert Gatenby, Chef der Abteilungen für Radiologie und mathematische Onkologie am Moffit Cancer Center in Tampa, Florida, gehört zu ihnen. Er forderte vorige Woche in der Zeitschrift Nature einen grundsätzlichen “Wechsel der Strategie”. Jetzt folgte im Fachblatt Cancer Research ein Artikel von ihm und drei seiner Kollegen unter der Überschrift “Adaptive Therapy”, der seine These mit mathematischen Modellrechnungen und Ergebnissen aus Tierexperimenten untermauern soll. Statt dem Krebs wie üblich mit hochdosierten Chemotherapien zu Leibe zu rücken, um ihn komplett zu eliminieren, will Gatenby das Tumorwachstum lediglich auf ein erträgliches Maß beschränken. Dadurch werden die Patienten zwar nicht von der Wurzel des Übels befreit. Doch der Krebsforscher prognostiziert, dass sie länger leben und weniger unter der Therapie leiden werden. Ein entsprechendes Experiment an Mäusen war positiv.
Eine milde Behandlung ist auch diejenige mit Placebos, und so erhalten Sufi-Geschichten eine unmittelbare wissenschaftliche Bestätigung, die ein Langzeit-Überleben ohne Behandlung beschrieben. Hat nicht schon der Prophet gesagt: “Es gibt eine Krankheit, die nicht besiegt werden kann.” ? Nun sagen es selbst Wisseschaftler, dass Krebs nicht (mit harter Chemotherapie) besiegt werden könne, die Fortschritte in den letzten 50 Jahren seien trotz hunderter Forschungsmilliarden ernüchternd und minimal:
Ernüchterung ist auf allen Feldern der Krebsbekämpfung eingekehrt. Größere Therapieerfolge im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit hat es, abgesehen von ein paar Ausnahmen wie bei Hodenkrebs, manchen Leukämien und vielen Krebserkrankungen von Kindern, seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts praktisch nicht gegeben. Und das, obwohl man inzwischen unzählige an der Entstehung von Krebs beteiligten Gene, Proteine, Hilfsfaktoren und molekularen Signalkaskaden entschlüsselt hat.