Archive for the ‘Presse/Funk/TV’ Category

Operator takes life or not

Monday, August 31st, 2009

drohne

Ein Waffenhersteller in Military killer robots ‘could endanger civilians’:

any decision to take a life using unmanned vehicles is carried out by a properly trained military human operator

Na, dann besteht ja absolut kein Grund zur Sorge! Man braucht auch keinen Todesengel mehr, es gibt ja einen “properly trained military human operator”! :shock: Und demnächst vielleicht nicht nur 607 zivile, unschuldige Opfer durch Drohnenattacken in Afghanistan/Pakistan, sondern noch viel, viel mehr…

Ramadan is like a 30 days Super Bowl

Tuesday, August 4th, 2009

The new Ramadan: It’s beginning to look a lot like… Hassan M. Fattah in den New York Times:

Once an ascetic month of fasting, prayer and reflection on God, Ramadan has gradually taken on the commercial trappings of Christmas and Hannukah. Here in Dubai, commercialism has taken on a life of its own as almost everything has been dressed in the cloak of Ramadan, straight from the sale of consumer goods to the sales of cars. Dubai malls are open till the early morning, and the nights rock away at dinner parties in desert tents.

“Freude ist BMW”

Tuesday, July 28th, 2009

bmw-isetta

Freude ist auch mein Thema, deshalb schaue ich genauer hin, als ich folgendes lese…

Das persönlichste, schönste sowie menschlichste aller Gefühle heißt Freude.
Freude nimmt wenig und gibt viel.
Das ist, was uns bewegt.

bis hierhin alles ok, aber jetzt kommt’s (es handelt sich schließlich um eine Anzeige in Spiegel Online)

Freude ist BMW. www.bmw.de !!!

Jawoll, der Sieg des Kapitalismus über die Menschlichkeit…

Krebs – ein Ökosystem: Gottvertrauen besser als Chemotherapie?

Wednesday, June 10th, 2009

In dem Artikel Evolutionäre Krebsmedizin: Kontrollieren statt besiegen wird die Vision aufgezeigt, mit einer milden Behandlung des Krebs ihn tatsächlich “zu besiegen”, d.h. ihn zu tolerieren.

Ein paar Krebsforscher jedoch stellen die bisherige Herangehensweise grundsätzlich in Frage. Robert Gatenby, Chef der Abteilungen für Radiologie und mathematische Onkologie am Moffit Cancer Center in Tampa, Florida, gehört zu ihnen. Er forderte vorige Woche in der Zeitschrift Nature einen grundsätzlichen “Wechsel der Strategie”. Jetzt folgte im Fachblatt Cancer Research ein Artikel von ihm und drei seiner Kollegen unter der Überschrift “Adaptive Therapy”, der seine These mit mathematischen Modellrechnungen und Ergebnissen aus Tierexperimenten untermauern soll. Statt dem Krebs wie üblich mit hochdosierten Chemotherapien zu Leibe zu rücken, um ihn komplett zu eliminieren, will Gatenby das Tumorwachstum lediglich auf ein erträgliches Maß beschränken. Dadurch werden die Patienten zwar nicht von der Wurzel des Übels befreit. Doch der Krebsforscher prognostiziert, dass sie länger leben und weniger unter der Therapie leiden werden. Ein entsprechendes Experiment an Mäusen war positiv.

Eine milde Behandlung ist auch diejenige mit Placebos, und so erhalten Sufi-Geschichten eine unmittelbare wissenschaftliche Bestätigung, die ein Langzeit-Überleben ohne Behandlung beschrieben. Hat nicht schon der Prophet gesagt: “Es gibt eine Krankheit, die nicht besiegt werden kann.” ? Nun sagen es selbst Wisseschaftler, dass Krebs nicht (mit harter Chemotherapie) besiegt werden könne, die Fortschritte in den letzten 50 Jahren seien trotz hunderter Forschungsmilliarden ernüchternd und minimal:

Ernüchterung ist auf allen Feldern der Krebsbekämpfung eingekehrt. Größere Therapieerfolge im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit hat es, abgesehen von ein paar Ausnahmen wie bei Hodenkrebs, manchen Leukämien und vielen Krebserkrankungen von Kindern, seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts praktisch nicht gegeben. Und das, obwohl man inzwischen unzählige an der Entstehung von Krebs beteiligten Gene, Proteine, Hilfsfaktoren und molekularen Signalkaskaden entschlüsselt hat.

Plädoyer gegen Perfektion und für Dankbarkeit

Wednesday, June 10th, 2009

Michael J. Sandel hält in “Plädoyer gegen die Perfektion” den Gedanken der gesellschaftlichen Solidarität nur dann für durchsetzungsfähig, wenn er sich mit der Idee verbindet, dass Begabungen unverdiente Geschenke sind.

„Warum denn schulden die Erfolgreichen den am stärksten benachteiligten Mitgliedern der Gesellschaft irgendetwas? Die natürlichen Talente, die es den Erfolgreichen gestatten, zu florieren, sind nicht ihr eigenes Werk, sondern vielmehr Glück – ein Ergebnis der genetischen Lotterie. Wenn unsere genetische Ausstattung eine Gabe ist statt eines Erfolgs, für den wir Anerkennung beanspruchen können, ist es ein Fehler und eine Einbildung zu glauben, wir hätten ein Anrecht auf das volle Maß des Gewinns, den sie in einer Marktwirtschaft erzielt. Wir haben daher eine Verpflichtung, diesen Gewinn mit denen zu teilen, denen ohne eigenes Verschulden vergleichbare Begabungen fehlen.“

Und überhaupt, wer keine Ultraschalluntersuchungen und Präimplantationsdiagnostik macht, ist doch kein Idiot:

„Der prometheische Drang ist ansteckend. In der Elternschaft wie im Sport verdrängt und untergräbt er die geschenkte Dimension der menschlichen Erfahrung. Wenn leistungsfördernde Medikamente der Normalfall werden, stehen nichtoptimierte Spieler plötzlich als ,nackt’ da. Wenn genetische Untersuchungen routinemäßig zu einer Schwangerschaft dazugehören, gelten Eltern, die sie meiden, als ,Blindflieger’ und werden für jedweden genetischen Fehler ihres Kindes verantwortlich gemacht.“ Vor derart überdehnter Verantwortung warnt Sandel.

[SPON]

Die Zurichtung von Frauen als Ware

Tuesday, June 9th, 2009

SPON bringt’s auf den Punkt:

Die Zurichtung von Frauen als Ware, wie sie die Produktionsfirma Tresor TV bereits erfolgreich bei “Germany’s Next Topmodel” erprobte, findet in “Mission Hollywood” ihre Fortführung. Fast ausnahmslos müssen die Kandidatinnen ihr Können vor Männern präsentieren.

Anti-Terror-Kampf: Rasterfahndung in Europa ist diskriminierend und wirkungslos

Tuesday, May 26th, 2009

Die verschiedenen Methoden auf Grundlage von Personenprofilen in denen “herkunftsbasierter Personenprofile”, bei denen speziell Muslime, Araber oder Asiaten geprüft würden, seien “allgegenwärtig, ineffizient und diskriminierend” zeigt die Studie des Open Society Institute auf.

via Anti-Terror-Kampf: Rasterfahndung in Europa ist wirkungslos – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik.

Folter gedeiht im Dunkeln: Prävention schränkt Freiheit ein

Wednesday, May 13th, 2009

Ex-Verfassungsrichter Hassemer gibt einige kluge Kommentare zur Sicherheits- versus Freiheitsdebatte und weist Schäuble’s Paranoiastrategie in die Schranken:

Es gibt schon immer den Kampf zwischen zwei Vorstellungen: Die eine setzt auf Vergeltung, also darauf, geschehenes Unrecht durch Strafe auszugleichen, die andere will Prävention, also weitere Verbrechen verhindern und den Täter resozialisieren. Der Präventionsgedanke hat sich in den aufgeklärten westlichen Gesellschaften weitgehend durchgesetzt. [...] Die Botschaft einer Bestrafung richtet sich am Ende an die [ganze] Bevölkerung.

Ich plädiere dafür, zwei im Ergebnis einander entgegengesetzte Argumente (Stichwort Ehrenmord // dem ordre public: derartige Verbrechen darf es bei uns nicht geben und dem Verbotsirrtum: Täter lebt in einer anderen Sozialisation) in ein praktisches Verhältnis zu bringen. Innerhalb dieses Verhältnisses versuche ich, das entschuldigende Element zu stärken. Das ist modern und menschenfreundlich, wenn man sagt: Ich nehme Rücksicht auf den Zustand eines normativen Bewusstseins.

Strafen anzudrohen, bevor ein Vergehen begangen wurde (z.B. den bloßen Besuch eines Terrorcamps in Afghanistan)

ist eine Entwicklung, die aus einer überbordenden Präventionsmentalität kommt. Diese Prävention ist gefährlich, solange man sie nicht mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zusammenbringt. Denn Prävention kann man nie genug haben. Prävention trifft heutzutage auf ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis und ein gewachsenes Risikobewusstsein.

Man darf nicht “alles versuchen”. Die Präventionstheorie hat ein Problem, und das ist ihre Grenze. Je mehr der Eindruck vermittelt wird, dass wir Sicherheit brauchen und keine Sicherheit haben, dass die armen Leute vor dem Verbrechen kapitulieren, dass die Migration uns kaputt macht und dass stets Terroranschläge drohen – je mehr Sicherheitsbedürfnisse aufgebaut werden, desto eher sind wir bereit, unserer Angst nachzugeben, also Kontrolle, Eingriffe, Datenschutzverletzungen und Strafen zuzulassen. Das ist das Problem der Prävention.

Wenn man genau über den Rechtsgrund einer möglichen Strafe nachdenkt, dann ist das die Prävention eines späteren terroristischen Verbrechens. Das mit dem Besuch im Ausbildungslager zu begründen, ist schwierig. Sie können so argumentieren, es ist aber etwas hemdsärmelig. [...] Allerdings ist es ein großer Unterschied, ob ein Jurist über die Vorsätzlichkeit eines geschehenen Verbrechens nachdenkt oder ob er eine innere Haltung ermitteln soll, bevor überhaupt eine Straftat begangen wird. Letzteres grenzt an Hellseherei. Hier geht mir der Präventionsgedanke zu weit. Die Gefahr ist, dass er unsere Freiheit immer mehr einschränkt.

Schäuble sagt, es gebe keinen Gegensatz zwischen Sicherheits- und Freiheitsbedürfnissen. Die Freiheit baue auf der Gewähr von Sicherheit auf.

Das mag in Somalia oder anderen sogenannten Failed States so sein. Dort hat die Sicherheit einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Da ist sie wie frische Luft und wie sauberes Wasser. Wenn man das nicht hat, kann man nicht leben. Ich sehe, dass viele Leute bei uns mit diesem Typ von Sicherheit argumentieren. Aber das hat mit unserer Wirklichkeit nichts zu tun. Die Sicherheit im Gegensatz zur Freiheit oder als deren Voraussetzung ist ein jeweils anderes Konzept, je nachdem, in welcher Art von Staatlichkeit ich lebe. Man erschleicht sich etwas, wenn man so tut, als würde man in Gelsenkirchen Sicherheit ähnlich erfahren wie in Somalia.

Beim “Krieg” gegen den Terror muss man die kritische Frage stellen: Sind wir überhaupt noch innerhalb des Rechts? Zum Beispiel angesichts der Bestrebungen, ein sogenanntes Feindstrafrecht einzuführen. [...] Das ist dann ein Zustand, in dem für eine bestimmte Gruppe von Menschen Garantien nicht mehr anerkannt werden. Ich bin nicht bereit, so etwas noch Recht zu nennen. Es ist noch nicht mal ein Kriegsrecht, denn auch das kennt Garantien und Grenzen.

Zur so genannten “Rettungsfolter” …

gibt es ein gutes Argument von dem Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma. Der sagt sarkastisch, für diesen Fall bräuchte man in einem Rechtsstaat eine Bundesfolterordnung. Da müsste dann genau drinstehen, wer was wann darf. Wir können doch keine körperlichen Eingriffe zulassen, die nicht gesetzlich genau beschrieben sind – der linke Daumen ist bei diesem Verdacht anzuzwacken, der rechte Arm bei jenem zu verdrehen und so weiter. An dieser Absurdität sieht man, dass so etwas, wenn wir ein Rechtsstaat bleiben wollen, ganz bestimmt nicht geht. Folter gedeiht im Dunkeln.

“Ein Ehrenmann schlägt seine Frau nicht”

Tuesday, April 28th, 2009

Spiegel Online über die Männergruppen des Berliner Psychologen Kazim Erdogan:

SPIEGEL ONLINE: Spielen Ehre und Gewalt in diesen Gesprächen eine Rolle?

Erdogan: Wir reden darüber fast jeden Montag. Wir haben am Anfang unserer Sitzung immer eine Viertelstunde, in der jemand ein Thema vorschlagen kann. Oft spricht dann ein Mann irgendeine Gewalttat im Bekanntenkreis an, manche schildern auch eigene Aggressionen. Es ist für sie nicht einfach, ihre Frauen mit neuen Partnern zu sehen. Wir versuchen dann gemeinsam, denjenigen zu beruhigen. Und ich sage ihm dann immer, dass seine Ehre nicht von der Treue seiner Frau oder der Keuschheit seiner Tochter abhängt, sondern ganz allein von seinem Verhalten. Ein Ehrenmann rastet nicht aus und schlägt auf seine Frau ein.

Drogen je nach Zeitgeist

Tuesday, March 31st, 2009

Ich bin Zombie und lerne wie eine Maschine – Selbstversuch mit Ritalin:

»Ritalin ist die Droge für die Pflichterfüller-Generation.« Es ist etwas Wahres daran: In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert.