Oslo and beyond

July 27th, 2011

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Zwei Tage Trauer, intensiver Briefwechsel mit einer norwegischen Kollegin, im Angesicht des Todes wird alles zurechtgerückt, bekommt alles seinen richtigen Platz und Stellenwert.

The sinner does not feel any remorse over his sins because his heart is already dead. – Ibn Qayyiam

Und noch so ein Hammer von islamicthought:

Undoubtedly, the one who purifies (their soul) has succeeded. And the one who soiled (their soul) has certainly failed. 92:9-10

Bar jeder Empathie

May 10th, 2011

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nachgestelltes Foto, az-online.de

Drei Totschläger: Das Produkt von lauter gut gemeinten Absichten einer Gesellschaft, die es offensichtlich verlernt hat, sich zu schützen, wie es Susanne Leinemann in dem erschüternden Bericht “Der Überfall” zu berichten weiß.

Sie wird überfallen, von hinten nieder- und fast totgeschlagen, und das alles für eine Handtasche mit 35 Euro.

Dabei sind die drei das Produkt von lauter gut gemeinten Absichten – einer weitverzweigten Sozial- und Therapieindustrie, von Sozialpädagogen, Psychotherapeuten, Erziehern, Angestellten der Jugendämter. Viele, die in diesen Berufen arbeiten, sind Frauen. Fast alle Opfer der Serie sind Frauen. Eine der zuständigen Jugendamtsmitarbeiterinnen weint, als sie darüber erzählt. Empathie ist der Kraftstoff der pädagogischen Berufswelt. Der Totschläger und der Faustschläger dagegen, nur wenige Meter entfernt, sind bar jeder Empathie.

Und ganz folgerichtig stellt Jan Fleischhauer die Kardinalfrage, ob wir unser Verständnis für die Täter nicht zu weit getrieben haben. Die Scharia bestraft Diebstahl mit dem Abhacken einer Hand – ist dies nicht auch ein Beispiel für die nach 1968 verfemte Gerechtigkeitstheorie, die dem Täter eine Wunde zufügen will? Vergeltungsjustiz oder Schutzjustiz? Verstehen ist die eine Sache: hier schlug das Pendel wohl in den letzten 40 Jahren zu weit aus. Schutz für die Opfer ist die andere Sache, die dabei wohl zu kurz gekommen ist. Und ich glaube fest daran, dass Strafen drakonisch sein können (sein sollen) ohne ungerecht zu sein. Nur so sind die empathielosen Straftäter noch zu erreichen, nur diese Strafen (auf dem Fuß!) zeigen ihnen, dass es die Gesellschaft ernst meint und erreicht sie. Erreicht sie dort, wo es weh tut, wo sie es verstehen: In der Gewalt, die sie antun und die nun ihnen angetan wird. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Stockschläge um Stockschläge. Und in der Tat eine verlockende Vorstellung, dass jeder Gewalttäter und Schläger diese Konsequenz zu fürchten und am eigene Leibe zu erleben hätte. In dubio pro victimo…

Die meisten Überfälle geschahen im Wedding, da ist dieses Täterprofil rar. Türken und Araber sind dort der Standard.

Auch das noch! Muslime?! Was für eine Schande! Auch hier offensichtlich keine Angst vor der – zu milden? – Strafe. Hier gibt es keine Ausrede, diese Leute müssen aufgrund ihrer Herkunft wissen, was sie erwartet!!

Die Gesellschaft hat es verlernt sich zu schützen. Ist aus dem Schutz ausgebrochen, hat sich dem Schutz entzogen. Frauen, die als Freiwild betrachtet werden, nackt für Hamsterfutterwerbung mißbraucht werden, die in sozialen Einrichtungen bis zum burn-out verheizt werden, die jeden Tag (sprachliche) Gewalt erleben, von ihren Männern nicht geschützt werden und kein schützendes Zuhause aufbauen können. Kinder, die splitterfasernackt im Gartenteich baden oder auf der Straße tollen, schutzlos allein gelassen von ihren Eltern. Eltern, die Scham als prüde diffamieren und die Freiheit des Egos auf ihre Fahnen geschrieben haben und an den bedingungslosen Werteverzicht glauben.

Telefoniert der Sufi mit dem Orthodoxen …

March 29th, 2011

“Wie geht’s Achi?”
“Al-Hamdulillah, Sheikh Mehmet!”

Glückwunsch: Schwangerenvorsorge wird zu Risiko-Screening

February 1st, 2011

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“Keine gute Hoffnung mehr”

Leonardo, 1.2.2011

120 medizinische Tests sollen eine Schwangerschaft heute sicherer machen, aber sie verunsichern viele Frauen. Sie sehen sich selbst als Risikofälle, die nur dank ärztlichen Managements diese Zeit gut überstehen können. Eine Folge: Fast jede dritte Frau entbindet ihr Kind mit Kaiserschnitt.

Ja, super! Was sagte Maulana Shekh Nazim noch dazu:

When time coming, the Lord is sending two angels from heavens and ordering, “bring My servant out for the life.”

No need for check-up or ultrasound!

Foto: Pregnant woman Source:http://www.usda.gov/oc/photo/02c2059.jpg

Terror: Das sind immer die Anderen

January 5th, 2011

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Foto: Photocase

Georg Meggle in Telepolis meint, wir sollten erst mal definieren, was Terrorismus ist, bevor wir darüber sprechen.

Wofür steht Ω? Nun: Ω, das ist der absolute Ausnahmefall, die ultimative Katastrophe, die für uns so unvorstellbar schlimm ist, dass wir zu ihrer Verhinderung wirklich alles zu tun bereit wären, selbst dazu, alle – ja, wirklich alle – moralischen Restriktionen über Bord zu werfen.

Die drohende Weltherrschaft der Nazis war für Churchill ein solcher Ω-Fall. Ebenso soll nach (A.4.1) – zumindest FÜR UNS – auch der Terrorismus ein Ω sein. Dass er das ist, dies folgt ja schon aus (A.3).Wäre er keiner, so wäre seine Verwerflichkeit keine maximale.

2.8.2 Um nur ganz kurz klarzumachen, was das heißt: Ω-Fälle konfrontieren uns mit der härtesten aller denkbaren moralischen Fragen. Mit Blick auf den Krieg lautet diese: Kann es Situationen geben, in denen sogar das Begehen von Kriegsverbrechen bzw. sogar das Begehen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit moralisch gerechtfertigt, ja sogar zur moralischen Pflicht werden kann? Churchills JA auf diese Frage kennen wir: Das von den Briten selber so genannte Terror-Bombing deutscher Städte.

Da “UNSERE Terrorismus-Software nur um den Preis einer abgrundtiefen Diskriminierung DER ANDEREN” funktioniert, haben wir es hier wieder mit Rassismus zu tun…

Ohne diese Differenz müssten und würden WIR UNS selbst (und folglich auch DIE ANDEREN) wohl etwas anders sehen. Wir müssten z.B. sehen – und so vielleicht auch einsehen:
* Dass der größte T-Akt der Geschichte keineswegs der des 11. September 2001 war, sondern wohl eher die beiden Bomben vom 6. und 9. August ’45 (weitere T-Akte);
* Dass die größte Ausbildungsstätte für T-Akteure keineswegs im Grenzgebiet zwischen Afghanistan/Pakistan lag und liegt, sondern in North Carolina; Dass die Anderen keineswegs ganz anders ticken, vielmehr eher so wie wir – und umgekehrt;
* Dass WIR nicht per se die moralisch Guten sind;
* Dass vielmehr alles in allem die größeren T-Akteure wohl WIR selber sind.

Where are the headquarters of shaitan? Here! In our chest!!

Nimrod’s Tower

December 22nd, 2010

SAUDI/

Jetzt schlägt’s gigantisch, gigantomanisch. Die Qa’ba sieht soo klein und unscheinbar aus, es könnte einem angst und bange werden um diese Pilgerstätte, wenn es nicht das Haus des Herrn selber wäre.

Foto: Spiegel Online

Populistische Islamkritik – Lehren aus der Judenverfolgung

November 21st, 2010

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ZEIT-Interview mit Historiker Dr. Benz

Benz: Im 19. Jahrhundert hat sich das Instrumentarium des modernen Antisemitismus ausgebildet. Um zu legitimieren, dass Juden ausgeschlossen, verjagt, womöglich umgebracht werden sollen, musste man beweisen, dass diese Minderheit schädlich, gefährlich und böse ist. Man fand den Beweis dafür zunächst in der Religion und dann – das war damals neu – im Charakter der Gläubigen. Die Charaktereigenschaften leitete man aus der Religion ab. Den Talmud als böses Buch zu diffamieren war ein verbreitetes Mittel der antisemitischen Propaganda. In einem nächsten Schritt wurde der »jüdische Charakter« zum »Rassemerkmal« umgedeutet. Seit ein paar Jahren laufen ähnliche Prozesse im öffentlichen Sprechen über Muslime ab. Abermals wird eine religiöse Gruppe mit bestimmten Eigenschaften belegt, die aus Glaube und »Kultur« abgeleitet werden.

ZEIT: Statt Talmudhetze nun Koranhetze?

Benz: Überspitzt gesagt, ja. Jedenfalls werden gläubige Muslime dadurch zu einer potenziell »bösen Gruppe« erklärt. Sogar der Schritt, so etwas wie einen »muslimischen Charakter« biologisch festzuschreiben, ist vollzogen worden von Thilo Sarrazin. Wobei ich eines klarstellen möchte, weil es immer wieder missverstanden wird: Ich setze nicht Muslime mit Juden gleich. Selbstverständlich gibt es islamistischen Terror und Fundamentalismus, das leugnet doch niemand, der noch seine fünf Sinne beisammen hat. Mir geht es darum, wie sich die Mehrheit der Bevölkerung gegenüber einer Minderheit verhält.

Im Kriegshandwerk hat der christliche Kulturkreis die größten Pionierleistungen vorzuweisen

November 15th, 2010

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Foto: Coporal Alexander McCaughey, U.S. Army Photographic Signal Corps

Einige Zitate aus dem Buch des Kölner Pazifisten und Gläubigen PETER BÜRGER: HIROSHIMA, DER KRIEG UND DIE CHRISTEN.

Für diese Variante stehen vor allem US-amerikanische Fundamentalisten. Ihre Geschichtsprophetie zielt auf eine „letzte Schlacht um Gottes Reich“ und benötigt zwingend die Weltverschwörung (wahlweise durch Kommunisten, säkulare Humanisten, Friedensaktivisten, „Perverse“, liberale Christen, Katholiken, UNO, Europa oder aktuell in erster Linie durch den Islam).

Wie aber steht es um die Werte-Debatte der europäischen Konservativen? Führt diese Debatte nicht derzeit zur wirklichen Gefahr eines „politischen Moralismus“? Man entdeckt vorgeblich das Judentum wieder, konstruiert – unter Ausschluß des abrahamischen Bruders Islam – eine „jüdisch-christliche Tradition“ Europas und legt christlich-patriotische Parolen vor, die den neokonservativen Werkstätten des Krieges in bedenklicher Weise zuarbeiten.

Angesichts der konsequenten Fortführung der geostrategischen und energieressourcenbezogenen Militärplanungen im sogenannten „Antiterrorkrieg“ ab Ende 2001 halten es einige profiltreue Kirchenleute hierzulande für angesagt, wiederholt vor einer „Kuschelökumene“ mit dem Islam zu warnen. Daß derzeit von interessierter Seite eine explosive, hochgefährliche Kriegsstimmung zwischen den Kulturen angeheizt wird, hat man offenbar noch nicht mitbekommen.

Die eigenen Grenzen dürfen wir also vor den Armen der Welt, soweit sie nicht in den Zwischengewässern ertrinken, mit Militärhilfe abdichten, andererseits jedoch – selbst alle Grenzen überschreitend – uns in aller Welt holen, was zur Aufrechterhaltung unseres Lebensstils vonnöten ist. Wenn die Kirchen nach solchen neokolonialistischen Reden sich nicht einmischen, wann dann?

Ahmed, der tote Terrorist

November 9th, 2010

Humor ist was wir alle brauchen …

Islamfeindlichkeit in Deutschland nimmt zu

November 8th, 2010

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Alarmierender Telepolis-Artikel zur Islamfeindlichkeit:

… stärker zum Antiislamismus neig[en] … die Nicht-Berufstätigen, also vermutlich die Rentner und Arbeitslosen, die Geringverdiener mit einem monatlichen Einkommen unter 1500 Euro, die Wähler der Union, die Nichtwähler oder die “Sonstigen”. Die Ostdeutschen stimmen eher der Aussage zu, dass ein Deutschland ohne Islam besser wäre, obgleich die Westdeutschen deutlich länger Erfahrung mit muslimischen Einwanderern haben. Das weist auf die bekannte Tatsache hin, dass oft die Ängste dort am größten sind, wo man am wenigsten Kontakt mit bestimmten Phänomenen hat.