“Selbstradikalisierte Individuen”

November 8th, 2010

osj

Alfred Hackensberger schreibt im Telepolis-Artikel Jemen könnte zum nächsten Afghanistan werden über die neue Hochglanz-Al-Qaida-Broschüre

“Inspire” macht eine Strategie deutlich, die kaum mehr auszurechnen ist, da sie auf “selbstradikalisierte Individuen [baut], denen Beziehungen zum großen Netzwerk al-Qaidas fehlen, die aber die theologischen Argumente und strategischen Ideale teilen.” Armes Office für Homeland Security, armes Militär, armes BKA …

Die asymetrische Kriegsführung Auseinandersetzung wird uns noch viel beschäftigen.

Eine Lehre kann man aber wohl schon ziehen: Diese Leute sind mit militärischen Mitteln nicht mehr zu stoppen/bekämpfen, die kam man nicht einfach plattbomben wie die Vietkong, die sitzen im Cafe um die Ecke… Hier gilt es, die Hirne und Herzen zu erreichen und auf langfristige (und dem demokratischen 4-Jahres-Denken wohl abholde) Ziele zu setzen wie Bildung und Armutsbekämpfung (“Wir sind bewaffnet, Analphabeten, hungrig und zornig”).

Rassismus, Infantilismus und Medialismus: Eine explosive Mischung

October 7th, 2010

cheche

Mir wird Angst und Bange, wenn ich an die Auswirkungen der medialistischen Darstellung des Islam denke, die immer schlimmer wird. Jede Kopftuchträgerin hat mein uneingeschränkte Hochachtung in diesem von der Blödzeitung gezielt (Sarrazin) geschürtem MeinungsHassklima. Wo bleiben die Männer, die sich – vielleicht mit Turban und Jubba – als Muslime outen? Shame on me.

Gar nicht froh sein kann man über die Rolle der Presse, die, von Ausnahmen abgesehen, den Infantilismus ihres Publikums nach Kräften bedient, und ohne Ende in der heavy rotation hält, was der verschwitzte, mit empörungsrotem Kopf vor der Glotze sitzende Spießbürger ohnehin immer schon “weiß”. Aufklärung, das ist gewiss, geht anders. Marcus Hammerschmidt

Sheikh Effendi trifft Papst Benedikt XVI

June 5th, 2010

Cyprus Pope Visit

Ganz mit Adab begrüßte Sheikh Effendi am 5.6.2010 in Nikosia auf Zypern den deutschen Papst Benedikt XVI. (Georg Ratzinger) und sagte nur das Beste über ihn.

Abdal-Hakim Murad findet das auch:

Many Muslims have been uncomfortable with Ratzinger because of his public statements about Islam. Yet we should be wary of emotional responses; and act in our interests, which are also those of a well-integrated, tolerant and successful Europe. Benedict XVI may not quite intend it, but on balance, his policies are likely to be good for Islam.

Masslos

February 21st, 2010

“Gott hat mich auf diese Welt geschickt, damit ICH mich entfalte, damit es MIR gut geht, alles bitte nur in Maßen.”

“Nein, ganz im Gegenteil möchte Gott, dass wir ihn maßlos lieben, uns ihm maßlos hingeben. Dafür wird er uns maßlos belohnen. (alles andere ist schale Lauheit)”

Ein Priester kann seine Sexualität leben, ohne den Zölibat zu brechen

February 10th, 2010

belgische_bisschoppen
(c) Carolus Wikipedia

hä? Wie soll das gehen? Die Psychotherapeutin Rotraud Perner in SPIEGEL ONLINE: “Priester müssen lernen, was Sexualität ist”. Und weiter:

Priester müssen lernen, was Sexualität ist und sich mit ihrer eigenen Sexualität auseinandersetzen. Ein Priester kann seine Sexualität leben, ohne den Zölibat zu brechen. Schwierig ist es für diejenigen, die gemerkt haben, dass sie den falschen Beruf gewählt haben. Die hatten meist davor schon Probleme mit ihrer Sexualität und daher die Hoffnung, dass sie durch ihren Beruf – durch den vorgeschriebenen Verzicht – quasi befreit werden. [...] Heutzutage ist es in vielen kleinen Gemeinden doch gar kein großes Thema mehr, wenn sich ein Pfarrer in eine Frau verliebt und diese ein Kind bekommt, da haben die Bürger kein Problem damit, wenn ihr Pfarrer eine Familie hat. Die meisten Priester jedoch sind nicht verliebt, sondern einfach nur geil. [...] Die Kirche selbst ist nicht das Problem, aber sie hat eines.

Islamophobie ist simple Fremdenfurcht

February 4th, 2010

plakat_ja_zum_minarett-verbot_580x782

Weitere Argumente:

In Norddeutschland im 19. Jahrhundert (wurden) katholische Kirchen für zugewanderte Arbeiter fast ebenso bekämpft … wie heute Moscheen.

Kristen Benning, Die Welt, 04.02.2010

In einem Kommentar wäre Balmer fast geneigt, das Verbot gutzuheißen, stellt dann aber fest, dass das “Pseudofeminismus” wäre:

Keine Frage, die afghanische Burka ist ein Symbol der Frauenverachtung. Fast wäre man geneigt, einem Verbot zuzustimmen, wenn es dem Kampf gegen Unterwerfung und Gewalt in der Familie dienen würde. Doch hinter der fortschrittlichen Rhetorik gegen Burka und Nikab wird eine zusehends unverschleiert daherkommende Islamfeindlichkeit sichtbar.

Der der Islamfreundlichkeit gänzlich unverdächtige Rudolf Balmer im Auslandsteil der der Islamfreundlichkeit gänzlich unverdächtigen Die Tageszeitung, 04.02.2010.

Nachtrag: US-Menschenrechtsbericht kritisiert Kopftuchverbot in Deutschland und Minarettverbot in der Schweiz

Evolution ging zweimal den gleichen Weg? Alles, nur kein Schöpfer!

January 26th, 2010

Delfino
Claudia Saputo Fotolia

Dass sich die Echo-Ortung bei Fledermäusen und Delfinen selbst auf molekularer Ebene vollkommen identisch entwickelte, wie heute Wissenschaft.de in Evolution ging zweimal den gleichen Weg berichtet, ist statistisch gesehen ein Ding der Unmöglichkeit. 14 identische Abweichungen im Ultraschall-ortenden Prestin-Molekül! Deshalb aber direkt auf die Knie zu fallen und an einen Schöpfer zu glauben, fällt den Wissenschaftlern aber trotzdem nicht ein. Selbst das simple Infragestellen der Evolution, wie sie gegenwärtig gelehrt wird, angesichts einen solchen “Faux-Pax” kommt nicht in Frage – das ist ja schließlich das – zentrale – Dogma der Naturwissenschaftler.

Überraschenderweise ähnelt sich der Prestin-Aufbau bei Delfinen und Fledermäusen so stark, dass sie in einem auf den Prestin-Daten basierenden Stammbaum als eine einzige Gruppe erscheinen, entdeckten die Forscher. Im Lauf der Zeit müssen sich also bei den Fledertieren und den Zahnwalen die gleichen Veränderungen im Prestin-Protein angesammelt haben. Erstaunlich sei dabei die schiere Zahl an Übereinstimmungen gewesen, schreiben die Forscher – sie identifizierten 14 Abweichungen, die bei beiden Gruppen vorkamen

Abhängigkeiten

January 22nd, 2010

800px-01_tristeza

Warum sind die anderen so böse mit mir?

1. Stufe: Das ist das Ego des Anderen. Wie klingt das Klatschen einer Hand? Ich halte also nicht dagegen, sondern warte ab, bis der “Anfall” (in 5 Minuten oder 5 Stunden oder 5 Tagen oder 5 Wochen oder 5 Monaten oder 5 Jahren) vorbei ist.
2. Stufe: Damit ich lerne, mich nicht von anderen abhängig zu machen sondern nur von Allah. Die einzige erlaubte Frage ist “Oh Allah, wie kann ich dich erfreuen? Mit welcher Handlung kann ich dir Freude machen?” Und wenn Allah mit einem erfreut ist, macht er es, dass alle mit einem erfreut sind – aber das ist mir dann auch schon egal…

Haiti: Warum kann Allah sowas nur zulassen?

January 20th, 2010

cite_soleil_haiti

Diese und ähnliche Fragen werden jetzt zuhauf gestellt. Sheikh Nazim hat auch hier die passende Antwort: Es wäre sehr viel besser für dich, wenn du diese Frage nicht stellen würdest.

Allah Almighty declared: “I am going to try My servants.” – finished. You can’t ask why, as He has clearly said why:- to test His servants.

Und wenn man dann doch nachfragt und anfängt an Seinem (geheimnen) Plan zu zweifeln, dann passiert folgendes und es kann nicht fett genug geschrieben werden:

The reason for all trouble on earth, for all wars and suffering is that

people have lost sight of their Lord’s Will behind all events.
They have lost sight of the hand of the One Who is testing them through those events.
They have stopped seeing events as tests from their Lord.
Therefore they continue failing those tests.

Rassismus II: Schönheitsoperationen statt Schleier

January 4th, 2010

532px-jan_vermeer_van_delft_015

Auch dieser Artikel wird in dem gewaltigen Gesellschaftsspiel “Islam Bashing” untergehen, das wir zur Zeit erleben. Keine Zeitung, keine Fernsehsendung, kein Moderator ist sich zur Zeit zu blöd, um in die Kerbe des frauenfeindlichen Islams zu schlagen. Dummheit ist es ja auch nicht, denn es bringt ja Quote. Nun ist mit Petra Wild ein Stück Wahrheit in konzentrierter Form zu finden – für denjenigen, der es hören mag.

Petra Wild, 29.12.2009 in Telepolis: Schönheitsoperationen statt Schleier

Der Kampf der “Islamkritiker”, wie sie sich selbst gerne nennen, gilt einem Islam, den sie selbst erfunden haben oder anders: Sie haben sich den Islam so hergerichtet, wie sie ihn brauchen, um auf ihn einschlagen zu können.

Und überaus interessant die geschichtlichen Vergleiche, die sie zieht, und die Zahlen, die sie vorlegt:

Der Themenkomplex Frauen und Sexualität ist neben dem der Gewalt bereits seit den Kreuzzügen das zentrale Thema antimuslimischer Propaganda. Damals wurde den Muslimen allerdings eine allzu große Sinnlichkeit und Libertinage vorgeworfen.[2] Dass den Muslimen heute das genaue Gegenteil vorgeworfen wird , gründet weniger im Verhalten der Muslime selbst als in der Veränderung des Selbstbildes westlicher Gesellschaften, die sich gerne als “aufgeklärt”, “zivilisiert” und “emanzipiert” sehen.

Wie wenig auch das mit der Realität zu tun hat, wie wenig patriarchale Machtverhältnisse auch in Europa und den USA überwunden sind, zeigen die fortgesetzte Diskriminierung am Arbeitsplatz und das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. 40% aller Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.[3] UNIFEM zufolge erleben [extern] 40-50% aller Frauen in den EU-Staaten sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz. In den USA werden 83% aller Schülerinnen zwischen 12 und 16 Jahren an öffentlichen Schulen Opfer von sexuellen Übergriffen. In den USA werden jede Woche 25 Frauen von ihren (ehemaligen) Partnern ermordet, das sind mehr Frauen als zum Beispiel innerhalb eines Jahres in Jordanien wegen der “Ehre” ermordet werden.[4]

Der europäische Kolonialismus ersetzt das einheimische Patriarchats durch ein an westlichen Strukturen orientiertes

Die Unterdrückung von Frauen in muslimischen Gesellschaften auf den Islam zurückzuführen, ist eine Erfindung des europäischen Kolonialismus des 19.Jahrhunderts, der ideologisch als “mission civilisatrice” oder “the white man’s burden” verbrämt wurde. Als Beleg für die “Minderwertigkeit” und “Unzivilisiertheit” der Muslime musste unter anderem die Frauenunterdrückung herhalten.[5] Nicht nur aus dem viktorianischen England sind weiße Männer zur Rettung muslimischer Frauen ausgezogen, auch der Krieg gegen Afghanistan wurde mit der Notwendigkeit zur “Befreiung” der Frauen begründet. Gemeint war und ist damit freilich nie mehr als die Ersetzung des einheimischen Patriarchats durch ein an westlichen Strukturen orientiertes, mit dem Kapitalismus kompatiblen Patriarchat: Schönheitsoperationen statt Schleier. In beiden Fällen bestimmt “die Tyrannei des männlichen Blicks”, wie Frauen aussehen.

Frauenunterdrückung: Vorwand zur Dämonisierung des Islams

Aber rassistischen Stereotypen ist mit Fakten nicht beizukommen. Dass es bei diesen Stereotypen weniger um die Frauen selbst geht als um Vorwände zur Dämonisierung des Islams, zeigt sich auch an der ausgeprägten Doppelmoral, die damit einher geht. Patriarchale Gesellschaftsstrukturen bestehen weltweit und zeigen sich in höchst unterschiedlichen Formen. Die christliche und jüdische Religion haben nicht weniger frauenfeindliche Züge als der Islam, ohne dass diese Religionen deswegen pauschal dämonisiert würden. Die linke ägyptische Feministin Nawal al-Saadawi bezeichnet den Islam sogar als die frauenfreundlichste unter den drei großen montheistischen Religionen. In Jerusalem greifen jüdische Fundamentalisten regelmäßig diejenigen Frauen körperlich an, die in ihren Augen “unzüchtig” gekleidet sind. Würde diese relativ marginale Erscheinung zum Wesen des Judentums und dieses per se zur frauenfeindlichen Religion erklärt, würde zu Recht der Vorwurf des Antisemitismus erhoben.

Wer die Macht über die Medien hat, verstärkt negative Botschaften und erzeugt so Rassismus

Mit dem Islam ist das anders. Kein Vorurteil, keine Unwahrheit, keine Übertreibung wird ausgelassen. Über den Islam und die Muslime darf alles gesagt werden, ohne dass sich Protest regte. Muslime sind von ganz oben “zum Abschuss freigegeben” – innerhalb Europas vorwiegend im übertragenen Sinn, außerhalb Europa buchstäblich.